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2005 Frydlant

Wallensteinfesttage Frydlant 2005

 

Alle  zwei Jahre finden in der Stadt Frydlant im Dreiländereck Tschechische Republik, Polen und Bundesrepublik Deutschland die ?Wallensteinfesttage? statt. Die Stadt gedenkt dabei des kaiserlichen Feldherrn Wallenstein, der als Herzog von Friedland im 17. Jahrhundert Herr des umliegenden Territoriums war.

Aufgrund einer Einladung durften wir gemeinsam mit unseren Freunden von den Delitzscher Landsknechten als die beiden einzigen deutschen Gruppen an den Festtagen teilnehmen.

Die Altstadt von Frydlant bietet eine wunderschöne Kulisse für das Fest. Die Lager waren in einem schönen Park am Flußufer gelegen. Die Begeisterung der Festbesucher und Einwohner bei der Veranstaltung ist beispiellos in Deutschland. Zudem ist das Bier in den kleinen Tavernen der Altstadt konkurrenzlos günstig und sehr schmackhaft.

Am Freitag bekam Wallenstein offiziell die Schlüssel der Stadt vor dem Rathaus überreicht, wobei auf dem Marktplatz Salut geschossen wurde.

Dann ging es gemeinsam mit den Delitzscher Landsknechten in eine historische Speisewirtschaft im Stile des 17. Jahrhunderts. Bei Grillhaxen, Bier und Hochprozentigem schlossen wir für diesen Abend Frieden mit unseren ?Lieblingsfeinden?, den kaiserlichen Landsknechten aus Delitzsch, nicht ohne jedoch noch unseren Feldherren Gustavus Adolphus von Schweden hochleben zu lassen.

Bei zünftigen Landsknechtsliedern, schottischen Weisen auf der Bagpipe und dem Vortrag schottischen Liedgutes klang der Abend aus.

Am Samstag erfolgte eine Parade der Truppen vor Wallenstein auf dem Marktplatz. Hier wurde u. a. durch unsere Gruppe Salut geschossen und wir sodann (historisch leicht ironisch, immerhin kam Wallenstein durch die Hand von Schotten ums Leben!) für die anschließende Feldschlacht den Leibgardetruppen Wallensteins unterstellt.

Die Schlacht fand auf einem Feld außerhalb der Stadt statt. Die Schweden marodierten in der Gegend und drangsalierten die Landbevölkerung. Die zunächst herbeigeeilten kaiserlichen Truppen wurden von den Schweden zunächst zurückgeschlagen. Sodann erschien Wallenstein mit frischen Truppen (darunter auch wir) auf dem Schlachtfeld. Durch die Übermacht wurden die Schweden schließlich zurückgeträngt und das schwedische Heerlager erobert. Die Schlacht wurde durch zahlreiche Artillerie eingeleitet und unterstützt, es gab Kavallerieangriffe und sehr realistische Kampfszenen.

Der Schwerpunkt der Darstellung liegt nicht wie in Deutschland auf dem kontaktlosen Musketierfeuerduell, sondern auf dem Blankwaffennahkampf mit intensivem Körpereinsatz. Teilweise fragte man sich, wie die Darsteller ohne Blessuren aus dem Gefecht kamen, ernsthaft verletzt wurde aber keiner.

Der Rückweg vom Schlachtfeld wurde dann für uns zu einem Feldzug durch die Tavernen der Altstadt. So verpaßten wir, wie der schwedische Befehlshaber auf einem Henkerskarren vom Schlachtfeld zum Markt geschleppt wurde, um anschließend dem Henker übergeben zu werden.

Der Tag endete mit einem stimmungsvollen Fackelumzug vom Schloß zum Rathaus und einem anschließendem Barockfeuerwerk.

Am Sonntag wurde noch eine Feldschlacht geschlagen, bevor Wallenstein die Stadtschlüssel wieder zurückgab und wir den Rückweg antraten.

Frydlant war ein besonderes Erlebnis in vieler Hinsicht: Zum ersten mal waren wir als reine Musketiertruppe unterwegs, es war unser erster ?Auslandeinsatz? und die böhmische Art Feldschlachten zu schlagen ist sehr sehenswert!



   

 
 
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