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Die Bewaffnung der Schotten

Wie im übrigen Europa, so bildeten auch bei den schottischen Fußtruppen des 17. Jahrhunderts die lange Pike und die Luntenschloßmuskete die Hauptwaffen.

Lowlander unterschieden sich in der Bewaffnung nicht von den Truppen im übrigen Europa, führten also  Linkhanddolche und Infanterieschwerter als Beiwaffen. Die Lowlander- Offiziere waren mit Partisanen und u. U. mit Radschloßpistolen ausgerüstet.

Ergänzt wurde diese Bewaffnung durch typisch schottische Waffen wie dirk, claymor, broadsword oder claybeg, targe, lochaberaxe, longbow und dag, die aber nur von Highlandern geführt wurden.

 Abbildung 14

 

Die Pike

Die lange Pike ("pike") war ein Eschenholzschaft von 5 m Länge, an dessen Ende eine eiserne Spitze mit ca. 50 cm langen Eisenbändern, den sog "Federn" befestigt war.

Die Pike diente zur Abwehr von angreifender Reiterei und feindlichem Fußvolk. Die Pikeniere ("pikemen") schützten durch das Vorhalten dieses langen Spießes die eigenen Musketiere während des ziemlich umständlichen und langwierigen Ladevorgangs.

Zum Laden traten die Musketiere hinter die Reihen der Pikeniere zurück und diese senkten ihre Spieße zur Abwehr. Ein offensives Vorgehen der Pikeniere war von den Schweden zugunsten der Verstärkung der Feuerkraft ihrer Truppen weitgehend aufgegeben worden, im schwedischen Heer dienten die Pikeniere vornehmlich als defensive Kämpfer. Nur im Ausnahmefall sollten die Pikeniere selbstständig zum Angriff übergehen.

In Schottland, mit seiner keltischen Kriegstradition des Speerkampfes, wurden Pikenierverbände viel öfters offensiv eingesetzt und waren manchmal mit ihrem Angriff sogar schlachtentscheidend.

Das Hantieren mit dem 5m langen Stab der Pike ist eine gewöhnungsbedürftige und unhandliche Angelegenheit, da der Schaft zum starken Vibrieren neigte. Erschwert wurde die Handhabung dadurch, daß sehr viele Leute zugleich die Spieße in äußerstem Gleichklang handhaben mußten. Sichergestellt wurde dies durch Pikendrill, bei dem auf Kommando bestimmte Bewegungen auszuführen waren. Über die Ausbildung der Pikeniere existieren zahlreiche Drillmanuale, die auf Bildern jeweils einen Kommandoschritt darstellen.

Pikendrill

Pikeniere waren auf dem Kontinent meist mit einem Fußkampfharnisch, bestehend aus Brust- und Rückenstück, Beintaschen, Handschuhen und Helm ausgerüstet.

Bei schottischen Truppen im English Civil War (ECW) war meist keine Rüstung vorhanden, teilweise wurden Helme, sog. "Sturmhauben" oder "steil bonnets" ausgegeben. Die Pikeniere führten eine Blankwaffe als Seitenwaffe, ein einfaches Schwert ("winger" oder "hanger" genannt) und/ oder einen Dolch bzw. dirk.

Die meisten einfachen Clansman waren oft nur mit einem Dirk bewaffnet.

(Abbildung Köler- Druck "Pikenier"/ Rekonstruktion schottischer Pikenier)


Damit die Musketiere ungehindert nach vorn treten k?nnen bilden die Pikeniere ein Gasse.(
 

Bei den Pikenieren, zeitgenössisch verächtlich im Deutschen auch "Schiebochsen" genannt, gibt es (im Reenactment) zwei grundsätzliche Arten des Kampfes mit der Pike in geschlossener Formation.

Einmal ist dies das sog. "point to point"- Gefecht, dabei gehen zwei Pikenierhaufen in dichter Aufstellung ("close order") aufeinander zu, kurz vor dem Zusammentreffen werden die Pikenspitzen nach unten gerichtet und zwischen den Beinen der "Gegner" knapp über den Boden geführt. Geschoben wird nicht mit der Waffe, sondern mit dem Körper. Nun kommt es  nur noch darauf an, wer am meisten mit Körpereinsatz drückt, die Seite die zuerst zurückweicht hat verloren. Ein gutes "point to point" Gefecht sieht sehr gefährlich aus, ist es aber nicht, wenn man alles richtig macht.

Die andere Variante ist das sog. "pushing" oder "push of pikes", hierbei werden Schwerter und Dolche und sonstige Untensilien vom Gürtel abgelegt, um eine Verletzung durch diese in der engen Formationsaufstellung auszuschließen. Danach begeben sich beide Haufen in die Position "advance your pike" (die Piken werden senkrecht nach oben getragen) und gehen in der "closest order"- Aufstellung   im Gleichschritt vorwärts. Gedrückt wird nicht mit der Pike, sondern mit dem Arm, der die Pike oben umfasst. Auch hier gilt: wer zurückweicht hat verloren.

beim die Frauen ermutigen ihre M?nner weiterzuk?mpfen im Drei?igj?hrigen Krieg konnte der Streit um ein Fass Bier, auch unter Verb?ndeten, durchaus mit Toten und Verwundeten Enden die Pikeniere versuchen mit aller Kraft ihre da dies auf lange Zeit selbst den St?rksten erm?det wechselt man sich ab, ihr Regiment MacKay und das Blaue Regiment Gustav Adolphs mit einer quergehaltenen Pike kann man die Linie besser zusammenhalten

 

Da keine Uniform getragen wurde ben?tigte man Fahnen um seine Truppe im Schlachtge?mmel zu erkennen. Der Dudelsackpfeifer(

 

Die Muskete

Die Luntenschloßmuskete ("matchlock musket") war ein glattläufiges Gewehr, bei dem die Pulverladung mittels einer glimmenden Lunte zur Zündung gebracht wurde. Dazu wurde die Lunte in einen Hahn eingeklemmt, der bei Betätigung des Abzuges die Lunte auf die Pulverpfanne niederdrückte, wo dann die Initialzündung erfolgte.

Das Pulver trug der Musketier an einem Patronenbandlier bei sich, an welchem die abgemessene Pulvermenge für jeweils einen  Schuss in einem kleinen Holzbehälter vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt und transportiert wurde. Zusätzlich wurden noch eine Zündkrautflasche, ein Kugelbeutel und Ersatzlunte am Bandelier mitgeführt.

Die Musketen wurden aufgrund ihres Gewichts anfangs noch auf Gabelstützen sog. "forkets" aufgelegt. Später kamen leichtere Modelle auf, die freihändig gehalten werden konnten. z. T. wurden zusätzlich zu den Forkets sog. "Schwedische Federn" oder"Schweinsfedern" geführt. das waren kurze, an beiden Enden spitz zulaufende Spieße, die vor den Musketieren als Annäherungshindernis in den Boden gesteckt wurden. Später wurden die Federn z. T. mit einer Musketenauflage versehen und ersetzten die Forkets.


Die Musketiere feuerten im Dreißigjährigen Krieg zumeist in Salven. Ihre Aufgabe war es, auf Ferndistanz möglichst viele Gegner zu eliminieren, bevor die Truppen ins Handgemenge gerieten. Der Vorteil der Luntenschloßmuskete war ihre billige Herstellung, der einfache Aufbau und die relativ leichte Erlernbarkeit der Handhabung. Nachteilig wirkte sich dagegen die geringe Schuß- und Trefferleistung, der immense Verbrauch von Lunte und die praktische Funktionslosigkeit bei Regen aus. Im Nahkampf verließen sich viele Musketiere lieber auf die Wirkung ihrer Muskete als große Keule, den auf deren Schußleistung oder auf die mitgeführte Beiwaffe.

Auch für den Drill der Musketiere gab es Manuale, die akribisch die einzelnen Schritte auflisteten, die zur Handhabung der Muskete nötig waren.

 

Würde man eine Muskete nach orginalem Drill schießen, würde man dazu  ca. 42 verschiedene Handgriffe benötigen. So umständlich war aber nur der Exerzierdrill, der den Ladevorgang zur besseren Erlernbarkeit in viele einzelne Handgriffe zerlegte.

Im Gefecht wurden jedoch nur vier Komandos gegeben:

1. "Prime and load!"

2. "Make ready!"

3. "Present your piece!"

4. "Give fire!"

Musketiere trugen keine Rüstung und führten meist eine der oben bei den Pikenieren genannten Blankwaffe als Seitenwaffe. Die Musketieren trugen ein Bandolier mit 11- 16 kleinen Holzbehältern, die jeweils eine abgemessene Pulverladung enthielten. Weiterhin waren am Bandolier eine Pulverflasche mit feinem Pfannenpulver und ein lederner Kugelbeutel befestigt. Die Schweden führten für ihr Heer schon während des Dreißigjährigen Krieges Papierpatronen ein, eine Verwendung durch schottische Truppen ist aber nicht belegt. 

Auf den Köler- Drucken tragen die schottischen Musketiere keinerlei Ausrüstung zum Nachladen der Waffe. Es spricht vieles dafür, daß der Künstler diese bekannten Utensilien weggelassen hat, um sich auf die Details der Bekleidung zu konzentrieren.

  Die Musketiere nahmen im schwedischen Heer die Hauptrolle ein.

(Abbildung Rekonstruktion schottischer Musketier)

Obwohl im übrigen Westeuropa der Bogen als Waffe schon längst aufgegeben war, führten Hochländer noch im Dreißigjährigen Krieg Langbögen als Waffe. Die Bögen waren meist aus Eiben- oder Eschenholz gefertigt und hatten eine enorme Zugkraft. Auf den Stichen von Köler sieht man mehrere Bogenschützen, einer davon führt sogar Luntenschlossmuskete und Bogen als Waffe. 

Die Schotten hatten im Drei?igj?hrigen Krieg noch Langbogensch?tzen.

(zusätzlich Abbildung Schotte mit Bogen und Muskete)

Die auf den Köler- Drucken dargestellten Bögen sind aber eher verwandt mit osteuropäischen Reiterbögen als mit den Langbögen der Highlander. Wahrscheinlich legte der Künstler mehr Wert auf die Darstellung der eigentümlichen Bekleidung und vernachlässigte die genaue Wiedergabe der Waffen.

Die Schottischen Waffen

Da der Export von Waffen aus Großbritannien verboten war, konnten die schottischen Soldaten allenfalls ihre Dirks und Bögen auf das Festland mitnehmen. Es ist daher unwahrscheinlich, daß Breitschwerter und andere typisch schottische Waffen im Dreißigjährigen Krieg in großer Zahl zum Einsatz kamen. Auch die Köler- Drucke zeigen außer der Darstellung von Dirks keine typisch schottischen Waffen.

Um das typisch schottische Element unserer Darstellung zu unterstreichen, tragen wir zwar typisch schottische Waffen, sind uns aber bewußt, daß dies in der Realität eher selten geschah. Es ist daher unser Bestreben, auch eine Ausrüstung mit einfachen Infanterieschwertern u. ä. zu besitzen, um flexibel und authentisch zu sein.

Typisch schottisch war das sog. "broadsword". Dabei handelt es sich um ein zu Hieb und Stich geeignetes, relativ wuchtiges Schwert mit einem Korbgefäß, welches die Schwerthand fast völlig umschloß. Die Klingen wurden häufig aus verkürzten claymors gewonnen oder waren deutscher bzw. niederländischer Herkunft. Die Körbe waren reich verziert, es entwickelten sich sogar unterschiedliche Korbstile in Schottland. 

 

 

Auf den Köler- Drucken trägt kein einziger Highlander das typische broadsword. Nur wohlhabende Männer führtenen diese sehr kostbare Waffe, die somit auch ein Statussymbol war. Der einfache "ghillie" hatte seinen langen dirk als Seitenwaffe.

Der dirk war ein relativ langer (ca. 50 cm), einschneidiger Dolch mit breiter Klinge, der keine Parierstange aufwies

Dirk

Sein Vorläufer dürfte wohl der mittelalterliche Nieren- oder Scheibendolch bzw. der sgian- Dolch der Iren gewesen sein.Die Griffe waren aus Sumpfeiche und reich mit Messingnägeln beschlagen und beschnitzt oder aber aus Messing gegossen. Die dirks auf den Stichen von Köler erinnern eher an Fleischermesser oder Kosakenschaschkas, denn an schottische Waffen. Der Künstler war hier, wie in der Darstellung der übrigen Waffen nicht sehr genau. 

Der claymor oder claidheamh more (gälisch: Großes Schwert) war ein Zweihandschwert von ca. 130 cm Länge, das nur von ausgebildeten Spezialisten gehandhabt werden konnte und dazu benutzt wurde, die gegnerischen Spieße zu köpfen und eine Gasse zu schlagen. Auch im Handgemenge ist ein trainierter claymor- Kämpfer sehr durchsetzungsfähig. Der claymore hat eine zur Klinge hin gebogene Parierstange mit einem Vierpass am Ende, die Griffe bestanden meist aus Holz oder Horn 

   

 

Claymors waren zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges schon etwas antiquiert, wurden im waffenarmen Schottland aber noch geführt.

Die targe war ein ca. 50 cm großer Rundschild, der mit Leder bespannt war, mit Messingnägeln und Messingverzierungen benagelt war und einen Schildbuckel in der Mitte besaß. Manchmal war in der Mitte des Schildbuckels ein langer Dorn angebracht, der zum offensiven Kämpfen mit der targe verwendet wurde.

(Abbildung Targe und Rekonstruktion)

Die lochaberaxe war eine Art Hellebarde, ein Axtblatt an einem langen Eschenholzstab befestigt. Oben lief die Axtschneide meist in eine Spitze aus, sodaß mit der Waffe auch gestochen werden konnte. Zusätzlich war manchmal noch ein gebogener Haken an der Waffe befestigt, um Reiter aus dem Sattel zu reißen oder einem Gegner die Beine im Kampf wegzuziehen.

(Abbildung Lochaberaxt und Rekonstruktion) 

Hochländer führten auch die kurze Pike oder halfpike von ca. 2,50m Länge. Diese ließ sich gegenüber der langen Pike in der Regel besser handhaben.

Eine "dag(g)" ist eine typisch schottische Ganzmetallpistole mit Steinschloß oder Schnapphahnschloß. 

Dag

Die Waffen wurden ganz aus Metall gefertigt, es wurde sowohl Stahl als auch Messing als Material verwendet. Die Pistolen wiesen keinen Abzugsbügel auf und hatten auf der linken Seite einen Haken, mit dem sie in den Gürtel eingehängt werden konnten. Meist waren sie reich mit filigranen Mustern verziert. Während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges war in Schottland das Schnapphahnschloß bei Pistolen sehr beliebt, während man im übrigen Europa auf das teurere und anfälligere Radschloß bei der Pistole vertraute.

Die Artillerie


Schottische Feldartillerie war meistens sehr leicht, geländegängig und von geringem Kaliber. Bedingt durch das Fehlen von gängigen Straßen konnten nur leichte Feldgeschütze, sehr oft sog. "Lederkanonen" (benannt nach der ledernen Außenhülle der Geschützrohre) bewegt werden. Lederkanonen wurden in Schottland in großer Zahl und noch lange, nachdem die Schweden 1630 bereits den Gebrauch ihrer Lederkanonen verworfen hatten, eingesetzt. Grund war die billige und schnelle Herstellungsweise.  Es war dabei nicht unüblich, 2 oder sogar 4 Rohren auf eine Lafette zu montieren.
Es gibt Überlieferungen, wonach ein Großteil der schottischen Geschütze nicht auf Radlafetten, sondern auf Böcken, den sog. "frames" montiert war, die auf Packeseln verlastet transportiert wurden.
 
 
 
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