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Männerbekleidung
 

1. Männerbekleidung


Bei der schottischen Bekleidung ist zu unterscheiden zwischen der eher konventionellen Tracht der Lowlander und der eigenwilligen Bekleidung der Hochländer.

 

Lowlander waren mit Hemd (shirt), Ärmelrock (coat), Kniebundhose (breeches), Strümpfen (stockings) und Schnürschuhen bekleidet und unterschieden sich nur durch das Tragen eines bonnets an Stelle eines Hutes und eines (meist) karierten Schulter- plaids von den Soldaten im übrigen Europa.

Hochländer waren komplett anders bekleidet, mit bonnet, leine, belted plaid, doublet, tartan trews, tartan hose und ghillie shoes.

 

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann sich die schottische Hochlandtracht von der irischen Tracht dermaßen zu unterscheiden, daß Beobachter es für erwähnenswert hielten, ihr Aussehen zu beschreiben. Bis dahin gebrauchte man für die Highlanderbekleidung ebenso wie die Highlanderkultur einfach den Ausdruck "irish", da die Unterschiede nicht besonders groß waren. So bezeichnet auch Köler die dargestellten Highlander als "Irrländer" oder "Irren" in seinen Drucken. Doch im Jahre 1594 berichten Chronisten über schottische Söldner in den Irischen Kriegen, sog. "New Scots" oder "Redshanks" (so genannt wegen der unbedeckten Beine), die in Hochlandmanier ausgerüstet waren (Claymor und Bogen) und mit der typisch schottischen Highlandtracht, dem Großen Kilt, auch als "Breacan feile", "feileadh more" oder "belted plaid" bekannt, bekleidet waren:

"Sie (die schottischen Söldner) waren erkennbar unter den irischen Kriegern durch den Unterschied ihrer Waffen und Kleidung, ihrer Gewohnheiten und Sprache, denn ihre äußere Bekleidung ist ein gesprenkeltes Kleidungsstück mit zahlreichen Farben, welches in Falten bis zu den Waden hängt, mit einem Gürtel um die Hüften über dem Kleidungsstück."

Sicher ist das Jahr 1594 nicht als absoluter Fixpunkt zu sehen und nicht alle Highlander trugen mit Beginn des Jahres 1594 einen belted plaid, aber das Aufkommen des Vorläufers des Kilts ist nicht vor dem letzten Quartal des 16. Jhds. nachgewiesen, für ein früheres Auftreten fehlen gesicherte Beweise in Schrift oder Bild.

Auf den Drucken von Köler tragen mehrere schottische Soldaten den Belted Plaid, sowohl übergeschlagen als Wetterschutz, als auch aufgerollt und festgepinnt auf der Schulter.

Beim Belted Plaid handelte es sich um ein ca. 6m x 1,5m großes Stück Wolltuch, welches sowohl kariert, als auch (seltener) einfarbig sein konnte und mit einem Gürtel gerafft wurde. Dieses Tuch wurde aus 2 Stoffbahnen von jeweils 6m Länge und 0,75m Breite zusammengesetzt, da die damaligen Webstühle nur so geringe Stoffbreiten produzierten.

 

Hier nun eine Beschreibung, wie man einen belted plaid faltet und anlegt:

 

Man suche sich zunächst einen Platz zum Ausbreiten des Materials. Dieser sollte mindestens 2m in der Breite und ca. 3m in der Länge betragen. Es ist nicht nötig, das ganze Material der Länge lang (6m) auszubreiten, es muß aber in voller Breite von 1,5m ausgebreitet werden und längs ca. 2m glatt liegen.

 

1. Zuerst mißt man nun den Abstand von der linken zu rechten Hüfte mit den Händen. Diesen Abstand überträgt man nun längs auf den Karostoff, beginnend von der Schmalseitenaußenkante.

 

2. An der Stelle, an welcher die Hüftbreite endet, beginnt man nun, den Stoff über seine ganze Breite in Falten zu legen. Dazu zieht man auf dem ungefalteten, hüftbreiten Teil kniend vorsichtig den Stoff auf sich zu und drapiert ihn so, daß er eine Falte bildet. Die Falten sollten nicht zu klein gelegt werden (ca. 10- 12 cm breit) und sollten sich überlappen, ohne jeweils vollständig aufeinander zu liegen. Pro Falte sollten ca. 2cm hervor schauen, wenn man eine neue Falte legt.

 

3. Jetzt die schlechte Nachricht: Damit fährt man nun fort, bis fast der gesamte Stoff der Länge von 6m in Falten gelegt ist. Mit einiger Übung ist dies in 5 min erledigt, Anfänger brauchen etwas länger ;-). Am Ende sollte der gefaltete Teil des Stoffes wieder in etwa Eurer Hüftbreite entsprechen, also darauf achten, daß der faltige Teil nicht zu breit ausfällt.

 

4. Wenn nun die Falten über die gesamte Stoffbreite von 1,5m und nahezu die gesamte Länge gelegt wurden, läßt man am Ende ein Stück Stoff ungefaltet, welches exakt dem ungefalteten Anfang entspricht (Hüftbreite).

 

5. Nun versuche man vorsichtig (!) einen Gürtel mit der Gürtelzunge voran unter dieses Gebilde zu schieben. Die Gürtelschnalle muß dabei auf der Seite liegen, die zuletzt ungefaltet gelassen wurde.

 

6. Ist dies vollbracht, lege man sich mit Hemd bekleidet rückwärts auf den gefalteten Stoffbausch, so daß die rechte Hüfte auf der Seite zu liegen kommt, die zuerst ungefaltet gelassen wurde. Das untere Ende der Stoffbreite sollte dabei gerade die Kniekehle berühren.

 

7. Nun schlägt man das ungefaltete rechte Stoffstück über den Bauch auf die linke Seite. Das ungefaltete linke Stoffstück schlägt man anschließend über den Bauch nach rechts.

 

8. Jetzt bringe man den Gürtel in Taillenhöhe, achtet darauf, daß die beiden vorderen Stoffstücke deckungsgleich sind und die Knie nicht bedeckt sind (Das ist wichtig, die Schotten legen aus irgendeinem Grund hierauf besonderen Wert!), fixiere den Gürtel und stehe auf.

 

9. Überraschung: der Gürtel müßte nun das ganze Gebilde auf der Hüfte halten, vorausgesetzt, ihr habt alles richtig gemacht.

 

Für Geübte: Die Schotten verwendeten nicht immer soviel Zeit auf das Anlegen des belted plaid- es gelingt auch mittels Daumen, Zeige- und Mittelfinger, innerhalb 1min im Stehen die Falten in den Kilt zu legen und diesen ebenfalls im Stehen anzuziehen. Das sollte aber jeder für sich ausprobieren, zumal das Ergebnis nicht ganz so exakt hängt wie die oben beschrieben Variante.

 

10. Der Teil, der oberhalb des Gürtels hängt, ist nun wieder ungefaltet. Man finde nunmehr die beiden Ecken des ungefaltenen Teils. Diese werden nun eingedreht und jeweils überkreuzt auf dem Rücken in den Gürtel gestopft. D. h. der eingedrehte Zipfel rechts wird über den Rücken nach links geführt und dort in den Gürtel gesteckt, der eingedrehte Zipfel links wird über den Rücken nach rechts geführt und dort festgemacht. Wenn man will, kann man dabei Taschen aus den Materialfalten formen, in denen Gegenstände getragen werden können.

 

11. Der Rest des Materials über dem Gürtel wird auf der linken Schulter mittels kiltpin an der Gewandung festgesteckt.

 

Hierzu noch eine bildliche Darstellung:

Zuerst faltet man den Stoff(ca. 10 -12 cm pro Falte) Danach entfaltet man die Seiten auf H?ftbreite, legt sich drauf, legt die Seiten ?ber den Bauch und g?rtet es an der H?fte fest. Nun verstaut man den Rest im G?rtel und pinnt die Seiten auf der linken Schulter zusammen.

 

Bei schlechtem Wetter (Regen, Kälte usw.) wird der obere Teil gelöst und der Kilt über die Schultern oder den Kopf geschlagen und schützt so wunderbar vor den Unbilden des Wetters. Sogar eine Person zusätzlich kann in den Kilt gehüllt werden, um sie vor dem Wetter zu schützen. Versucht das mal mit einem Fantasy- "kilt" a la "Braveheart"!

 

An heißen Tagen oder bei anstrengenden Arbeiten wird alles Material oberhalb des Gürtels um die Hüfte geschlungen getragen oder der Teil oberhalb des Gürtels hängt lose nach hinten herunter.

Beim arbeiten und k?mpfen lie? man den Bei K?lte, schlechtem Wetter und beim schlafen legte man den Gew?hnlich wurde der

Merke: Der belted plaid ist keine Beinbekleidung i. S. eines Wickelrocks, sondern ein gegürteter Mantel, also ein Stück der Oberbekleidung, der sich aus dem Schultermantel der keltischen Frühzeit entwickelte! Der kilt stellt keinen "Lendenschurz" dar, sondern war ursprünglich ein Teil der Oberbekleidung, die sich erst im 17./ 18. Jhd. veränderte, als Schulterplaid und kilt getrennt wurden und die Falten des belted plaid festgenäht wurden.

 

Auch wenn es der "Braveheartfraktion" nicht gefällt: Vor dem Ende des 17. Jhds. gab es keinen kurzen kilt, er war auch nicht aus Leder gefertigt und in Irland bzw. in Wales ungebräuchlich. Für ein früheres Auftreten der kurzen kilts fehlen einfach die eindeutigen Beweise in Bild und Schrift!

 

Ende des 17. Jhds./ Anfang des 18. Jhds. kam der kurze kilt, der "feileadh beag" hinzu, konnte den voluminösen belted plaid aber nicht wirklich verdrängen. Erst die Einführung des für den Militärdienst praktischeren kurzen kilts in den Highlandregimentern der britischen Armee nach 1750 half ihm Ende des 18. Jhds. zum Durchbruch.

 

Als Hemd wurde die sog. "leine" getragen und war z. B. im Kampf oft die einzige Bekleidung des Hochlandkriegers. Die Highlander legten nämlich meist vor dem Kampf die schweren, voluminösen und hinderlichen Großen Kilts ab und kämpften barbeinig in ihren Hemden. Dabei wurden die unteren Hemdzipfel mit dem kiltpin zwischen den Beinen zusammengesteckt. Die Hemden sollten weit geschnitten sein, mit bauschigen Ärmeln versehen und aus Leinen gefertigt werden. Die Farben sollten natur, beige, alt- oder reinweiß sein. Ärmere Highlander sollen als einzige Oberkörperbekleidung Hemden getragen haben, die mit Teer/Pech wasserdicht gemacht wurden! Im dargestellten Zeitraum waren verschiedene Kragenformen der Hemden in Gebrauch: kleine Stehkragen, große , weit fallende Kragen, Schnürungen, Knöpfe, Knebel, um die Hemden am Hals zu schließen.

Ja, schottische Highlander trugen und tragen bis heute keine Unterwäsche! Das Klischee stimmt soweit- weitere Ausführungen ersparen wir uns.

 

Über dem Hemd wurde ein Wams ("doublet") westeuropäischen Zuschnitts getragen. Eine Besonderheit war, daß die Wämser meist hüftlang waren, da längere Jacken in Konflikt mit den Falten des Belted Plaid gekommen wären. Die Wämser waren aus Wollstoff (einfarbig oder karriert) oder aber aus Hirschleder gefertigt. Es gab ärmellose Wämser, solche mit Ärmeln oder Modelle mit angenestelten Ärmeln.

 

Auf einem Druck von Köler trägt ein schottischer Musketier ein hüftlanges Wams mit Schössen und Schulterwülsten.

Die Musketiere nahmen im schwedischen Heer die Hauptrolle ein.

Beliebt waren Schlitzungen, Puffungen und Schnürungen der Wämser, wie sie im 16. Jhd. etwa in der Tracht der deutschen Landsknecht üblich waren. Gängige Farben waren im 17. Jhd. Blau und Grün bei den Wollwämsern.

Auf Abbildungen von Köler sieht man mehrere schottische Highlander, die mit einem weiten, knielangen, ärmellosen Mantel ("sleevless tartan-coat") bekleidet sind. Dieser ist aus tartan- Material gefertigt und wird gegürtet getragen.

Es gab aber auch Modelle mit Ärmeln, diese wurden als "tartan long coat" bezeichnet. Auf einem Spottflugblatt zur Schlacht von Breitenfeld 1631 trägt ein schottischer Söldner einen tartan long coat.

Die tartan long coats werden meist mit Highlandern aus den nördlichen Highlands/ Nordschottland und von den Hebriden in Verbindung gebracht.

Möglicherweise handelt es sich bei den tartan long coats um eine schottische Adaption der auf dem Festland so beliebten Büffel- oder Elchlederkoller. Diese wurden ebenfalls gern getragen, da sie nicht nur einen Witterungsschutz boten, sondern auch Schutz gegen Hiebe und Stiche in gewissem Rahmen bewirkten. Die Koller waren meist oberschenkel- oder knielang, weit geschnitten, aus festem Leder und wurden über dem Hemd und/ oder Wams getragen.


Sie waren ärmellos oder mit Ärmeln versehen, konnten geschnürt oder geknöpft werden und wurden übergürtet oder lose getragen.

 

Ebenfalls sehr beliebt waren lange Ärmelröcke ("coats"), die aber nur zusammen mit einer Kniebund- oder einer engen Hochlandhose getragen werden konnten, da der Ärmelrock wegen seiner Länge mit den Falten des belted plaid nicht zusammengepaßt hätte.

 

Die Ärmelröcke waren bei schottischen Soldaten meist von grauer/ brauner Farbe (sog. "Hodden Grey").

 

Etwas länger als im übrigen Europa hielt sich in den Highlands die eng geschnittene mittelalterliche Hose, die als sog. "truibhs" oder "tartan trews" bezeichnet wurde.

Die trews wurden aus diagonal geschnittenem Karostoff gefertigt. Dieser Zuschnitt hatte den Vorteil, daß so ein gewisser Stretcheffekt entsteht, der ein Ausbeulen der Knie verhindert und für eine allgemein bessere Passform sorgt. Durch diesen Zuschnitt entstand das charakteristische diagonale Muster der engen Hochlandhosen, welches sich auch auf den karierten Strümpfen der Highlander wiederfindet. Solche Hosen wurden bis weit in das 18. Jhd. getragen und waren ein praktisches Bekleidungsstück z. B. für Reiter. Anders als die spätmittelalterliche Hose wurde die Hose in den Highlands nicht an einem Wams angenestelt, sondern nur von einem Gürtel gehalten.

 

Auch als Statussymbol wurden die Hosen angesehen, denn wer es sich leisten konnte, trug auch im schottischen Hochland Hosen! Der belted plaid galt nämlich lange Zeit als die Bekleidung ärmlicher Viehdiebe aus den entlegensten Winkeln der Highlands. Ein schottischer "Laird" (Lord) antwortete einmal auf die Frage, ob seine Vorfahren den Kilt getragen hätten:

 

"Um Himmels Willen nein, wir waren immer in der glücklichen Lage, uns Hosen leisten zu können."

 

Auch bei der Verwendung von Hosen verzichteten die reichen Highlander nicht auf den plaid. Dieser wurde dabei als Decke über der Schulter getragen und diente bei schlechtem Wetter als Mantel. Viele schottische Soldaten aus dem Tiefland trugen zu ihren grauen Ärmelröcken und Kniebundhosen einen zusammengerollten karierten oder einfarbigen plaid und ein blaues bonnet als typische Bekleidung.

 

Ab dem 16. Jhd. waren auch weit geschnittene Kniebundhosen ("knee breeches") in Gebrauch. Diese konnten aus karierter oder einfarbiger (auch hier war das typische "Hodden Grey" die beliebteste Farbe) Wolle hergestellt sein und wurden in Verbindung mit karierten oder einfarbigen Kniestrümpfen aus Wollstoff oder mit Strickstrümpfen getragen. Die Hosen hatten unter dem Knie einen Tunnelzug, durch den sie an der Wade mittels Bändern zusammengezogen werden konnten oder angenähte Ziehbänder.

Während der Arbeit oder im Kampf wurden die Bänder ("garters") gelöst, um mehr Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.

 

Auf einem Stich von Köler trägt ein schottischer Soldat weit geschnittene, karierte Kniebundhosen zusammen mit karierten Strümpfen im gleichen Muster.

Die Musketiere nahmen im schwedischen Heer die Hauptrolle ein.

Zu den Kniebundhosen oder zum Belted Plaid wurden Strümpfe, die sog. "tartan hoses" oder "stockings" getragen. Diese bestanden aus diagonal zugeschnittenem Stoff (um einen gewissen Stretcheffekt zu erreichen). Als Muster gab es sowohl tartan, als auch einfarbige Strümpfe. Aber auch gestrickte Strümpfe waren gebräuchlich. Die Strümpfe wurden immer in Kombination mit Strumpfbändern, den sog. "garters" getragen. Gute und authentische Strickstümpfe findet man z. B. in Trachtenmodegeschäften (darauf achten, daß keine unpassenden Muster oder Verzierungen enthalten sind).

 

Ebenfalls (aber seltener) verwendet wurden Fell- bzw. Stoffbandagierungen der Waden. Vorformen von Gamaschen oder Überstrümpfen aus festem Gewebe oder Leder, welche die empfindlicheren Wollstrümpfe schützen sollten, waren ebenfalls in Gebrauch und besonders bei schlechtem Wetter oder Flussdurchquerungen auch sinnvoll. Oder aber die Waden blieben zumindest im Sommer unbedeckt, was man auf einem Druck von Köler sieht, der einen schottischen Bogenschützen darstellt.

Die vorherrschende Kopfbedeckung war ab dem 17. Jhd. das sog. "bonnet", eine große barettähnliche Stoffmütze. Das bonnet wurde aus gestrickter und anschließend verfilzter Wolle gefertigt oder aber aus Wollstoff zugeschnitten.

Die beliebteste Farbe für die bonnets war Blau .

 

Die lächerlich großen Wollbommeln ("touries") der "Golfermützen", die von vielen heute für eine typisch schottische Kopfbedeckung gehalten werden, waren bis ins 18. Jhd. unbekannt. Erst die Hochlandregimenter der britischen Armee trugen solcherart verzierte bonnets neben anderen Kopfbedeckungen. Später fanden diese Verzierungen den Weg in die zivile Tracht.

 

Für die Lowlander war noch eine weitere typische Kopfbedeckungen möglich, nämlich die sog. "monmouth cap". Bei der "monmouth cap" handelt es sich um eine gestrickte Mütze, die aufgerollt auf dem Kopf getragen wurde. Monmouth caps waren beliebte Kopfbedeckungen während der Zeit des Englischen Bürgerkrieges und wurden auch von irischen Soldaten bevorzugt. Gängige Farben waren neben dem "Hodden grey" Brauntöne oder andere gedeckte Farben.

 

Handgestrickte "Rolli- Strickmützen" ohne Bommel eignen sich als monmouth caps sehr gut

 

Am bonnet wurde das Clanszeichen in Form von Pflanzenteilen (Blüten, Zweige, Blätter), Tierdarstellungen oder farbigen Kokarden getragen, um die einzelnen Clans unterscheiden zu können, denn bis ins 19. Jhd. gab es so etwas wie "clan- tartans", also spezielle Karomuster, die nur von einer bestimmten Familie getragen wurden und an denen man ihren Träger erkennen konnte, nicht!

 

Richtig ist allerdings, daß in bestimmten Gebieten der Highlands von jeher bestimmte Farben bevorzugt wurden. Diese Gebiets-tartans dienten aber gleichzeitig mehreren Familienverbänden als Muster für ihre plaids und waren nicht einer bestimmten Familie zurechenbar. Die Highlander hatten in der Tradition ihrer keltischen Ahnen eine Vorliebe für grelle Farben wie Blau und Rot. Auf der anderen Seite waren aber auch gedeckte Farben wie Grün und Braun beliebt, da sie im Gelände einen Tarneffekt ermöglichten.

 

Die Schuhe der Highlander waren Bundschuhe aus einem Stück Leder ("ghillie shoes") bzw. die irischen "pampoodies", darunter versteht man flache Halbschuhe, die indianischen Mokassins vom Aussehen stark ähneln. Das Schuhwerk war aus Leder oder Rohhaut gefertigt.

 

Ebenfalls getragen wurden die sog. "cuarans", Fellstiefel, die aus einem Stück Hirschfell zugeschnitten waren und mit einer Lederschnur ähnlich wie Bundschuhe zusammengeschnürt wurden.

 

Weiterhin waren (vor allem bei den Lowlandern und den konventionell gekleideten Highlandern) geschnürte Halbschuhe in Gebrauch. Barfußlaufen war zumindest in den Sommermonaten weit verbreitet, auf einem Druck von Köler sieht man, daß ein Highlander barfuß geht.

 

Gürtel waren aus Leder gefertig, meist recht breit, um den belted plaid in Form zu halten und mit einer großen Schnalle versehen. Bei der Verwendung von Hosen griff man auf eher schmalere Gürtelmodelle zurück.

 

Als Zubehör wurde eine Gürteltasche, der sog. "sporran" vorn am Gürtel getragen. Der sporran entwickelte sich aus den Gürtelbörsen des Mittelalters, denen er auch im Aussehen ähnelte. Es handelte sich um einen Lederbeutel, meist mit Deckelklappe, der mit Lederschnüren und -quasten verziert war.

Die riesigen, mit Tierhaaren und Robbenfell geschmückten sporrans, wie man sie heute meist kennt, sind aber unauthentisch! Solche sporrans wurden zuerst in 19. Jhd. von den Pipern (Dudelsackspieler) der britischen Hochlandregimenter als Schmuck getragen, nachdem schon ab der Mitte des 18. Jhds. in den Hochlandregimentern der sporran als Schmuckstück immer weiter entwickelt wurde und gleichzeitig seine Funktion als Aufbewahrungsgegenstand mehr und mehr verlor.

 

Sachen, die nicht in den sporran paßten, wie Verpflegung oder Kochgeschirr, trug der Highlander in den Falten des belted plaid, oberhalb des Gürtels (s. o.). Die konventionell gekleideten Soldaten trugen quer auf dem Rücken einen sog: "knapsack" oder Schnappsack, der persönliche Ausrüstung, Verpflegung und Kochgeschirr enthielt.

Der belted plaid wurde auf der Schulter an der Gewandung mit dem sog. "kiltpin", einer langen Nadel aus Holz, Horn oder Metall festgesteckt. Auch Ringbroschen (geschlossene Ringfibeln) waren gebräuchlich, jedoch nicht die riesengroßen victorianischen Silberbroschen mit Edelsteinverzierung, die heute zum Abend- Kilt gehören. Die Ringfibeln sollten max. 10 cm im Durchmesser betragen und dezent verziert sein. Ebenfalls nicht verwendet wurden die wesentlich früher einzuordnenden offenen Ringfibeln, die nur bis zum 12. Jhd. getragen wurden.

 

Eine einfache Verknotung des plaids auf der Schulter oder eine Verschnürung mit einer Lederschnur ist hier allemal besser, als eine unauthentische Fibel.

 
 
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