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2. Frauenkleidung
Wichtigstes und typisch schottisches Teil der
Oberbekleidung war der "arisaid", die weibliche Form des belted
plaid. Hierzu sind mind. 3m eines 1,5m breiten Stoffes nötig. Die
Frauenplaids waren aus Wolle, feiner in der Verarbeitung, mit größeren Karos
versehen, wurden aber auch gestreift oder einfarbig getragen. Die Trageweise ähnelte derjenigen der Männer- plaids:
der arisaid wurde über den Röcken getragen, auf dem Rücken in Falten
gerafft und mit einem Gürtel auf der Hüfte fixiert. Das Material über dem Gürtel
wurde vor der Brust mittels eines kiltpin gefibelt.

Im Gegensatz zu der Männerbekleidung wurde der arisaid
aber nicht ständig getragen, die Frauen legten den Mantel nur an, wenn sie aus
dem Haus gingen, z. B. wenn schlechtes Wetter war, sie über Land reisten oder
als Schmuck etwa beim sonntäglichen Kirchgang. Später wurde das Tragen des
arisaid in der Kirche verboten- zu viele Frauen schliefen in der Kirche mit
über dem Kopf gezogenen arisaid während der Predigt! Unterbekleidung war das Hemd, genannt: "shift", "sark"
oder "chemise". Es war aus Leinen gefertigt, von einem weiten Zuschnitt
und konnte knöchel- oder knielang sein.

Die Ärmel sollten weit und bauschig sein und können am Ende
mit einem Tunnelzug versehen sein. Ihre Länge kann von oberarmlang bis
handgelenklang reichen. Trachtenblusen (ohne Stickereien) oder sog. "Carmen-
Blusen" mit Schnürung, gehen als Frauenhemdersatz ganz gut, erreichen aber nicht
die erforderliche Länge der Frauenhemden. Röcke waren die sog. "petticoats"-
die Bezeichnung war für Unter- und Oberröcke gebräuchlich. Es wurden mindestens
zwei Stück übereinander getragen, um den Hüften Fülle zu geben (Mode-Ideal der
damaligen Zeit). Die petticoats waren aus Wolle, von weitem Zuschnitt
(viele Falten) und meist in gedeckten Farben oder karogemustert gehalten.

Dabei ist es strittig, ob Frauen auch die tartans der
Männer trugen oder nicht. Es gibt aber eine Abbildung von Flora MacDonald (die
Frau, die Bonnie Prince Charlie nach der Schlacht von Culloden zur Flucht
verhalf), welche sie in einem tartan- Kleid zeigt. Allgemein wird gesagt,
daß die Karos der Frauen größer und heller waren, als diejenigen der Männer. Mieder oder "stays" waren
aus Wollstoff, verstärkt mit Fischbein und dienten der Figurbetonung und der
Stütze des Busens. Sie waren vorn geschnürt und konnten mit oder ohne Ärmeln
versehen sein. Auch stays mit angenestelten Ärmeln waren in Gebrauch.

Darüber wurde eine längere, taillenbetonte Jacke als
Wetterschutz getragen, war sie hüftlang, so wurde sie als "shortgown"
bezeichnet. Die Jacke war meist aus einfarbigem Wollstoff gefertigt und wurde
mittels Schnürung oder mit Knöpfen vorn geschlossen.

Strümpfe ("stockings")
waren waden- bis oberschenkellang und wurden entweder aus Wollstoff (kariert
oder einfarbig- bei kariertem Stoff auf diagonalen Zuschnitt achten)
zugeschnitten oder aus Wolle gestrickt. Die Strümpfe wurden immer in Kombination
mit Strumpfbändern ("garters") getragen. Zumindest im Sommer war
es bei den ärmeren Schichten aber auch üblich, die Waden unbedeckt zu lassen. An Schuhwerk wurden die "pampoodies" von den
Frauen bevorzugt. Dabei handelte es sich um Halbschuhe aus Rohhaut oder
Hirschleder, die indianischen Mokassins ähnelten.

Auch Bundschuhe oder geschnürte Halbschuhe wurden von den
Frauen getragen. Barfußlaufen war zumindest im Sommer weit verbreitet. Alle Frauen, außer unverheirateten jungen Mädchen bedeckten
ihr Haar. Ansonsten liefen sie Gefahr, für unanständig gehalten zu werden.
Überliefert ist allerdings, daß schottische Mädchen/ Frauen ihre Haare mit roten Bändern
schmückten und den Kopf unbedeckt ließen. Weiße Leinenkopftücher, Hauben aus weißem Leinen (dabei
auf einen authentischen Schnitt achten), Strohhüte u. ä. waren
gebräuchlich.

Das Dekolletee wurde mit einem Schultertuch oder "collar"
bzw. "kercheif" bedeckt, wenn kein arisaid getragen wurde. Das
Schultertuch konnte aus Wolle (kariert oder einfarbig) oder aus hellem Leinen
gefertigt sein und wurde vor der Brust mittels kiltpin gefibelt. Die Frauengürtel waren schmäler als diejenigen der
Männer und konnten mit Metallplättchen und Kettchen geschmückt sein. Gürteltaschen oder- beutel für
Kleinigkeiten wie Bargeld, Kamm u. ä. waren aus Leder oder derbem Gewebe wie
Leinen oder Segeltuch gefertigt und von beutelartigem Zuschnitt mit Klappe.

Größere Gegenstände wurden von den Frauen im arisaid
auf dem Rücken transportiert. Ein umgehängter Brotbeutel ("haversack")

und eine Wasserflasche aus Holz, Zinn oder Leder sowie
ein Allzweckmesser am Gürtel ergänzen die Ausrüstung der Marketenderinnen
oder "camp followers". Eine gute Gesamtansicht einer Marketenderin geben die
Zeichnungen des Franzosen Jaques Callot wieder.
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