Home
Gruppe
Gewandung
Bewaffnung
Lager
Angebot
Historisches
Grüne schwedische Brigade
Sächsische Landesdefension
Napoleonik
Siebenjähriger Krieg
Archiv
Verschiedenes
Kontakt
Links
Impressum
Gästebuch
News
Termine
Home arrow Gewandung arrow Frauenbekleidung
Frauenbekleidung
 

2. Frauenkleidung


Wichtigstes und typisch schottisches Teil der Oberbekleidung war der "arisaid", die weibliche Form des belted plaid.

 

Hierzu sind mind. 3m eines 1,5m breiten Stoffes nötig. Die Frauenplaids waren aus Wolle, feiner in der Verarbeitung, mit größeren Karos versehen, wurden aber auch gestreift oder einfarbig getragen.

 

Die Trageweise ähnelte derjenigen der Männer- plaids: der arisaid wurde über den Röcken getragen, auf dem Rücken in Falten gerafft und mit einem Gürtel auf der Hüfte fixiert. Das Material über dem Gürtel wurde vor der Brust mittels eines kiltpin gefibelt.

Im Gegensatz zu der Männerbekleidung wurde der arisaid aber nicht ständig getragen, die Frauen legten den Mantel nur an, wenn sie aus dem Haus gingen, z. B. wenn schlechtes Wetter war, sie über Land reisten oder als Schmuck etwa beim sonntäglichen Kirchgang. Später wurde das Tragen des arisaid in der Kirche verboten- zu viele Frauen schliefen in der Kirche mit über dem Kopf gezogenen arisaid während der Predigt!

 

Unterbekleidung war das Hemd, genannt: "shift", "sark" oder "chemise". Es war aus Leinen gefertigt, von einem weiten Zuschnitt und konnte knöchel- oder knielang sein.

Die Ärmel sollten weit und bauschig sein und können am Ende mit einem Tunnelzug versehen sein. Ihre Länge kann von oberarmlang bis handgelenklang reichen. Trachtenblusen (ohne Stickereien) oder sog. "Carmen- Blusen" mit Schnürung, gehen als Frauenhemdersatz ganz gut, erreichen aber nicht die erforderliche Länge der Frauenhemden.

 

Röcke waren die sog. "petticoats"- die Bezeichnung war für Unter- und Oberröcke gebräuchlich. Es wurden mindestens zwei Stück übereinander getragen, um den Hüften Fülle zu geben (Mode-Ideal der damaligen Zeit). Die petticoats waren aus Wolle, von weitem Zuschnitt (viele Falten) und meist in gedeckten Farben oder karogemustert gehalten.

Dabei ist es strittig, ob Frauen auch die tartans der Männer trugen oder nicht. Es gibt aber eine Abbildung von Flora MacDonald (die Frau, die Bonnie Prince Charlie nach der Schlacht von Culloden zur Flucht verhalf), welche sie in einem tartan- Kleid zeigt. Allgemein wird gesagt, daß die Karos der Frauen größer und heller waren, als diejenigen der Männer.

 

Mieder oder "stays" waren aus Wollstoff, verstärkt mit Fischbein und dienten der Figurbetonung und der Stütze des Busens. Sie waren vorn geschnürt und konnten mit oder ohne Ärmeln versehen sein. Auch stays mit angenestelten Ärmeln waren in Gebrauch.

Darüber wurde eine längere, taillenbetonte Jacke als Wetterschutz getragen, war sie hüftlang, so wurde sie als "shortgown" bezeichnet. Die Jacke war meist aus einfarbigem Wollstoff gefertigt und wurde mittels Schnürung oder mit Knöpfen vorn geschlossen.

Strümpfe ("stockings") waren waden- bis oberschenkellang und wurden entweder aus Wollstoff (kariert oder einfarbig- bei kariertem Stoff auf diagonalen Zuschnitt achten) zugeschnitten oder aus Wolle gestrickt. Die Strümpfe wurden immer in Kombination mit Strumpfbändern ("garters") getragen. Zumindest im Sommer war es bei den ärmeren Schichten aber auch üblich, die Waden unbedeckt zu lassen.

 

An Schuhwerk wurden die "pampoodies" von den Frauen bevorzugt. Dabei handelte es sich um Halbschuhe aus Rohhaut oder Hirschleder, die indianischen Mokassins ähnelten.

Auch Bundschuhe oder geschnürte Halbschuhe wurden von den Frauen getragen. Barfußlaufen war zumindest im Sommer weit verbreitet.

 

Alle Frauen, außer unverheirateten jungen Mädchen bedeckten ihr Haar. Ansonsten liefen sie Gefahr, für unanständig gehalten zu werden. Überliefert ist allerdings, daß schottische Mädchen/ Frauen ihre Haare mit roten Bändern schmückten und den Kopf unbedeckt ließen. Weiße Leinenkopftücher, Hauben aus weißem Leinen (dabei auf einen authentischen Schnitt achten), Strohhüte u. ä. waren gebräuchlich.

Das Dekolletee wurde mit einem Schultertuch oder "collar" bzw. "kercheif" bedeckt, wenn kein arisaid getragen wurde. Das Schultertuch konnte aus Wolle (kariert oder einfarbig) oder aus hellem Leinen gefertigt sein und wurde vor der Brust mittels kiltpin gefibelt.

 

Die Frauengürtel waren schmäler als diejenigen der Männer und konnten mit Metallplättchen und Kettchen geschmückt sein.

 

Gürteltaschen oder- beutel für Kleinigkeiten wie Bargeld, Kamm u. ä. waren aus Leder oder derbem Gewebe wie Leinen oder Segeltuch gefertigt und von beutelartigem Zuschnitt mit Klappe.

Größere Gegenstände wurden von den Frauen im arisaid auf dem Rücken transportiert.

 

Ein umgehängter Brotbeutel ("haversack")

und eine Wasserflasche aus Holz, Zinn oder Leder sowie ein Allzweckmesser am Gürtel ergänzen die Ausrüstung der Marketenderinnen oder "camp followers".

 

Eine gute Gesamtansicht einer Marketenderin geben die Zeichnungen des Franzosen Jaques Callot wieder.

 
 
| Webmail KontaktLoginImpressum |